Schweiz Säntis und Chäserrugg 08.08.25-10.08.25

 

Nach der Arbeit ging es spontan los – Ziel: der Säntis Parkplatz. Die Fahrt dorthin war ein echter Genuss: strahlender Sonnenschein, freie Straßen und dieses typische Gefühl von Feierabend und Freiheit, das bereits eine kurze Womo-Tour auslösen kann. Die Vorfreude auf einen entspannten Abend in den Bergen war groß. 

Leider kam es vor Ort erst einmal ganz anders. Am Säntis angekommen, begann das Wirrwarr der Bezahl-Apps. Gefordert war ParknSleep, zu Hause hatten wir jedoch die APP ParkingPay heruntergeladen. Eine Appinstallation vor Ort? Fehlanzeige – das Netz wollte einfach nicht mitspielen, obwohl wie extra ein schweizer Datenpass fürs Handy dazugebucht hatten. Also ab zur Talstation, um dort zu bezahlen. Nach über einer Stunde vergeblicher Versuche, sich ins Netz der Talstation einzuloggen, hatte die Dame am Schalter schließlich ein Einsehen und erlaubte ausnahmsweise die Barzahlung der Übernachtungsgebühr.

 

Durch diesen ganzen Bezahlstress ging bedauerlicherweise sehr viel Zeit verloren – Zeit, die wir eigentlich lieber draußen verbracht hätten, um die Sonne zu genießen und den Blick auf das beeindruckende Alpenpanorama wirken zu lassen. Ein klassischer Womo-Moment: Improvisation gehört eben dazu. Trotzdem bleibt der Säntis ein lohnendes Ziel – beim nächsten Mal dann hoffentlich mit der richtigen App zur richtigen Zeit.

 

Die letzten Sonnenstrahlen konnten wir dann doch noch im Freien genießen – ein kurzer, aber umso intensiverer Moment der Ruhe nach dem ganzen App- und Bezahlchaos. Mit dem Untergang der Sonne wurde es allerdings sehr schnell frisch, sodass an ein längeres Draußensitzen nicht mehr zu denken war.

 

Dafür entschädigte uns der Abend mit einer wunderschönen, klaren Sternennacht. Hoch oben, fernab von Stadtlichtern, spannte sich ein beeindruckender Sternenhimmel über den Säntis – genau diese stillen Augenblicke sind es, die das Reisen mit dem Wohnmobil so besonders machen

09.08.25

 

Am nächsten Tag starteten wir mit einem gemütlichen Frühstück im Wohnmobil. Während der Kaffee dampfte, füllte sich der Parkplatz zusehends – ein deutliches Zeichen dafür, wie beliebt der Säntis ist. Für uns stand schnell fest, dass wir nicht mit der Säntisbahn nach oben fahren würden. Stattdessen zog es uns auf eine gemütliche Wanderung. Die Wege direkt auf dem Säntis selbst kamen für uns nicht infrage – dort ist alles sehr felsig, oft eher wie ein Klettersteig angelegt und insgesamt einfach zu anspruchsvoll. Das wäre uns zu anstrengend, wir wollten lieber entspannt unterwegs sein und die Natur genießen.

Unsere Wanderung führte uns durch eine wunderschöne Landschaft mit weiten Blicken und viel Grün. Erstaunlich war vor allem eines: Auf den Wanderwegen waren wir fast alleine unterwegs. Offensichtlich hatten sich die meisten Besucher vom Parkplatz für die Bahnfahrt auf den Säntis entschieden.

 

Der einzige gut besuchte Ort unterwegs war eine Gaststätte, die vor allem von Motorradfahrern angesteuert wurde. Für uns kein Grund zu bleiben – wir beschlossen, weiterzuwandern, die Ruhe aufzusaugen und die Natur in vollen Zügen zu genießen. Genau so stellen wir uns einen gelungenen Wohnmobil-Tag vor.

Zur Mittagspause zurück am Wohnmobil, stellten wir Tisch und Stühle heraus und genossen ein entspanntes Vesper mit Blick auf den Säntis – eine kleine Auszeit, bevor es weiterging.

Am Nachmittag ging es weiter zur Talstation der Bergbahn Chäserrugg. Wieder durften wir eine sehr schöne Fahrt genießen – einmal rund um das Säntismassiv, hinüber auf die andere Seite des Säntis. Allein diese Strecke ist schon ein echtes Erlebnis.

An der Talstation suchten wir uns einen Stellplatz und liefen zur Bezahlung hinüber. Dieses Mal lief alles problemlos: Die App, die wir bereits zuhause heruntergeladen hatten, war hier tatsächlich die richtige – ParkingPay. So einfach kann es also auch gehen.

Da noch genügend Zeit am Nachmittag blieb, machten wir uns auf zu einer weiteren Wanderung zu einem nahen Wasserfall. Die Landschaft war schlicht grandios – abwechslungsreich, ursprünglich und beeindruckend schön. Die Schweiz begeistert uns mit jedem Tag immer mehr.

 

Die Nacht an der Talstation verlief herrlich ruhig. Nur wenige Camper standen auf dem Stellplatz, und wir genossen die Stille mit einem Blick auf den beleuchteten Säntis – ein stimmungsvoller Tagesausklang. 

10.08.25

Der Tag begann für uns sehr, sehr früh – wir hatten uns für eine Sonnenaufgangsfahrt auf den Chäserrugg entschieden. Bereits um 5 Uhr morgens erwartete uns eine lange Warteschlange an der Zahnradbahn, die den ersten Teil der Auffahrt übernahm. An der Mittelstation stiegen wir dann in die Gondel um.

Erstaunlich, wie viele Menschen in die Gondel gepfercht wurden – Umfallen war kaum möglich. Überall Fotografen mit riesigen Kameras und Teleobjektiven, die den perfekten Blick auf die aufgehende Sonne einfangen wollten. Wir folgten der Masse an Menschen, auf der Suche nach einem guten Standplatz, um diesen magischen Moment zu genießen.

 

Wir fanden eine schöne Stelle – und plötzlich begann ein Ehepaar neben uns zu singen und zu jodeln. In ihrem Gesang dankten sie dem Herrgott für die Natur und die Schönheit der Berge. Ein echter Gänsehautmoment. Man wünschte sich fast, sie könnten ewig weitersingen. Dazu stieg die Sonne langsam auf, und die Stimmung war einfach magisch – ein perfekter Moment voller Ruhe, Licht und Ehrfurcht in den Bergen.

 

Anschließend ging es zur Bergstation, um ein reichhaltiges Frühstücksbuffet zu genießen – mit allerlei Schweizer Spezialitäten, von frischem Käse über duftendes Brot bis hin zu regionalen Leckereien. Nach dem ausgiebigen Frühstück machten wir uns bereit für eine Wanderung auf den Rosenböden. Zuvor mussten wir jedoch noch kurz warten – vermutlich hatten wir zu viel gefrühstückt und mussten erst noch ein wenig verdauen, bevor die Beine wieder in Schwung kamen.

Dann startete die Wanderung. Schon von weitem entdeckten wir einige Personen in einem eher unwegsamen Gelände. Beim Näherkommen wurde klar, warum: Eine freilebende Steinbockkolonie hatte sich dort eingefunden. Natürlich wollten auch wir einige Fotos machen und verließen dafür kurz den ursprünglichen Wanderweg.

 

Ein absoluter Traum – so viele Steinböcke auf einmal, mitten in der freien Natur, hatten wir zuvor noch nie gesehen. Ein unvergesslicher Moment, der die Schweizer Alpen einmal mehr zu etwas ganz Besonderem machte.

 

Wieder an der Bergstation zurück, entschieden wir uns, zur Mittelstation zu fahren, um dort noch eine kleine Wanderung auf dem Klangweg zu unternehmen. Die Wege waren idyllisch, die Natur beruhigend – ein perfekter Abschluss unserer Bergabenteuer.

 

Schließlich ging es mit der Zahnradbahn zurück zur Talstation. Ein Traumwochenende neigte sich dem Ende zu – leider viel zu schnell. Wir nahmen unzählige schöne Eindrücke mit nach Hause und eines steht fest: Schweiz, wir kommen wieder.